Aktuelles | Emsstern Rheine 1933 e.V.

veröffentlicht am 18.08.2025

Seefahrt ahoi – wenn der Pegel das Kommando übernimmt

Eine Seefahrt stand auf dem Programm! Zur Wahl: Möhnesee oder Dümmersee. Doch nicht wir hatten das Sagen, sondern der Pegel. Am Möhnesee darf erst ab 80 cm gepaddelt werden, zum Zeitpunkt der Planung dümpelte er bei mageren 23 cm. Also: Dümmersee, wir kommen!

Planung & Wetterglück

Vor der Fahrt heißt es: Fahrtenleiter checken Einstiege, Ausstiege, Verbote, geeignete Boote und Schwierigkeitsgrad. Vor einem Jahr tobte auf dem Dümmer noch heftiger Seegang – für Anfänger ein Abenteuer, für Geübte der Spaß ihres Lebens. Dieses Jahr: kaum Wind, keine Wellen, dafür ein ruhiger, fast schon schnurrender See – perfekt für eine komplette Umrundung.

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Schmal und voller Teichrosen

Der Einstieg erfolgte am Ochsenmoor zwischen Stemshorn und Lemförde, hinein in die schmale Hunte. „Schmal“ heißt hier: Paddel links, Teichrose rechts – und gleich nochmal andersherum. Ein grüner Teppich aus Teichrosen, so dicht, dass es fast wie „Paddeln im Kräuterbeet“ wirkte. Und auch wenn Teichrosen unter Naturschutz stehen – ein Drumherum gibt es schlicht nicht.

Die Angler und ihr Tucken

Die Angler rechts und links vom Ufer machten das Ganze noch spannender. Ihre Posen (in Norddeutschland auch „Tucken“ genannt) lagen oft bis in die Mitte der Hunte. Ein freundliches „Moin“ und ein vorsichtiges Slalommanöver – schon war die Stimmung locker, das Wasser frei und das Abenteuer gestartet.

 

 

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Ein echter Pluspunkt: Saubere Hunte

Trotz der schmalen Passage punktet die Hunte mit einer bunten Artenvielfalt am Ufer. Für uns Kanuten wird es jedoch erst kurz vor dem Übergang auf den Dümmer richtig interessant: dicht verholzte Ufer verwandeln diesen Abschnitt in ein echtes Kanutraumstück. Abenteuerstimmung garantiert! Und ganz ehrlich: Jeder unserer Mini-Kurzurlaub-weg-vom-Alltag-Ausflüge wird aufgesogen wie die Sonne auf dem Bootsdeck.

 

Die Hunte war erstaunlich sauber! Kein Plastik, kein Müll – nur Wasser, Grün und das leise Plätschern der Paddel. Auf schmalen Gewässern ein seltener Luxus.

 

Niedrigwasser – fast trockenpaddeln

Der Übergang vom Fluss auf den See war so niedrig, dass wir unsere Boote fast „trockenfallen“ lassen konnten. Unser Kanuten-Motto „immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel“ wurde buchstäblich ausgereizt. Statt kräftiger Paddelschläge hieß es: abstoßen, gleiten, genießen.

 

Dümmersee – Ruhe und Naturschutz genießen

Motorboote? Kaum zu sehen – maximal 10 PS sind erlaubt. Stattdessen Segler, Surfer und natürlich wir Kanuten. Weitabgesteckte Naturschutzbereiche, markiert durch Bojen, schützen Flora und Fauna, während der Wassersport seinen Spaß hat. Perfekt!

 

Entlang der markierten Strecke paddelte die Gruppe zum ersten Etappenziel: einem Badestrand gegenüber der Einfahrt der Hunte in den Dümmersee. Pause! Kaffeetrinken, Pommes, oder eigenes Picknick – alles wurde entspannt genossen. Gestärkt ging es weiter zur zweiten Etappe, rund um den See, zurück auf die Hunte und schließlich zum Ausstieg, der drei Stunden zuvor unser Einstieg war.

Einige Impressionen zur Tour gibt es in der Online-Galerie

Wissenswertes zur Hunte und zum Dümmersee

Insgesamt legten wir 20 km zurück – mit wenig Gegenwind, noch weniger Rückenwind und quasi keiner Strömung. Sportliche Herausforderung? Check. Spaß? Doppelcheck.

Die Hunte zeigt viele Gesichter – mal schmal und unscheinbar, mal landschaftlich reizvoll. Der Dümmersee hat eine spannende Entstehungsgeschichte. Wer mehr wissen will, findet hier ein paar Links:

Insgesamt ist dieser schöne Fleck in Niedersachsen nicht nur für Kanuten eine (Kurz-)Reise wert.